Rundfunk

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(Foto: By Bin im Garten (Own work) via Wikimedia Commons)

Das Jahr 1920 war die Geburtsstunde eines der größten Mediums unserer Zeit, des Rundfunks. Heute schlicht als „Radio“ bezeichnet, war der Rundfunk damals etwas völlig neues, denn bis dato musste man Kulturveranstaltungen noch selbst besuchen, während man sie nun sozusagen „nach Hause geliefert“ bekam. Die Einführung des Rundfunks in Deutschland verlief jedoch holprig. Nur ein Jahr nach der ersten offiziellen Radiosendung, ein Weihnachtskonzert der Reichspost Königs Wusterhausen, wurde der Rundfunk für Privatleute verboten.

Die Nutzung der Technik war nur noch den Wirtschaftsnachrichtenbüros des Außenministeriums sowie der „drahtlosen Dienst AG“ des Innenministeriums vorbehalten. Ein weiteres Jahr später, im Jahre 1923 wurde dieses Verbot jedoch schon wieder aufgehoben. Ab jetzt war der Rundfunk zwar Privatleuten zugänglich, jedoch mit Gebühren verbunden und nicht frei verfügbar. Die Lizenz war nicht billig, 780 Milliarden Mark musste der Zigarettenhändler Wilhelm Kollhoff bezahlen, um sich die erste Unterhaltungssendung aus dem Berliner Vox-Haus anhören zu dürfen.

Auch heute noch muss die Nutzung von Rundfunkgeräten über den sogenannten „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ (ehemals GEZ) bezahlt werden. Da die Übertragungstechnik damals noch in den Kinderschuhen steckte, kann die Qualität und Verfügbarkeit selbstverständlich kaum mit heutigen Maßstäben verglichen werden. Zudem kommt hinzu, dass man als Frequenzband zunächst nur die sogenannte „Langwelle“ nutzte, die später durch Mittelwelle und Ultrakurzwelle (UKW) abgelöst wurden. Teilweise betrug die Reichweite der Sendeanstalten nur wenige Kilometer, während sie heute je nach Empfänger fast überall empfangbar sind.

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