Goldenen Zwanziger

(Foto:  Ullstein bild)

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Deutschland im Jahre 1923: Noch immer leidet das zerrüttete Land an den letzten Nachbeben des ersten Weltkrieges, die Menschen kämpfen mit einer Hyperinflation, kaum jemand hat genug, um seine Familie zu ernähren, es gibt Epidemien und Putschversuche gegen die Regierung, die teilweise zu Massenaufständen führen. Bereits ein Jahr später sollte man das meiste davon jedoch vergessen haben, denn die Einführung der sogenannten „Rentenmark“ sowie die Umsetzung des Versailler Vertrags führen zu den „goldenen Zwanzigern“, einer Zeit in der Deutschland und Preußen zu den wirtschaftlich stärksten Ländern der Erde gehören sollten.

Der neue Wohlstand wirkt sich auch auf die Kultur aus, es werden Feste gefeiert und man geht in die neuen, modernen „Lichtspielhäuser“, eine Art Stummfilmkino mit eingebauter Kapelle. Selbst die Mode hat sich innerhalb weniger Jahre beinahe komplett geändert. Frauen tragen jetzt viel öfter weite Kleider, die abwertend als „Die neue Frau“ bezeichneten Lesben zeigen sogar etwas Knie.

schmuck

(Foto: edminerva.de)

Schmuck wird wichtiger, immerhin möchte man den anderen zeigen, dass man wieder Geld hat. Es dominieren Goldringe und Perlenketten. Auch das Rauchen gehört beinahe zum guten Ton. Tabak war lange Zeit nur den Wohlhabenden vorbehalten, immerhin kostete eine Schachtel Zigaretten gleich mehrere Millionen Mark. Bei den Männern wurde der Gehrock von eher schlichten Anzügen inklusive Sakko abgelöst. Stiefel waren tabu, da sie zu sehr an den Krieg erinnerten, weswegen man auf Halbschuhe auswich. Eine weitere Bewegung der „goldenen Zwanziger“ war die Nacktkultur, es sollte jedoch noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis diese öffentlich angenommen wurde.