Festival - Himmel auf Zeit - die 20er Jahre in Hamburg

herzlich willkommen zum Kulturfrühling „Himmel auf Zeit“ – die 20er Jahre in Hamburg! „Himmel auf Zeit“ – so hieß das letzte freie Künstlerfest Anfang 1933. Unser Festival zeigt die spannende Kulturszene der zwanziger Jahre: bedeutende Maler, Schriftsteller, Musiker, Tänzer, Architekten, Regisseure, Fotografen und Schauspieler prägten die Hansestadt. Hans Leip, Klaus Mann, Erich Wolfgang Korngold, Karl Schneider, Gustav Oelsner, Rosa Schapire, Ida Dehmel sind nur einige von ihnen. Das Festival „Himmel auf Zeit” – die 20er Jahre in Hamburg erweckt diese Zeit wieder zum Leben. Es erwarten Sie rund 80 Veranstaltungen in 30 Institutionen in und um Hamburg. Wir laden Sie herzlich ein zu einer packenden Reise durch das kulturelle Hamburg der zwanziger Jahre!

Ihre Friederike Weimar und Dirk Hempel




Festival - Himmel auf Zeit

Sie war eine Missgeburt. Man nannte sie die Republik von Weimar, niemand wollte sie, und man hat sie für das katastrophale Ende einer vorangegangenen Epoche verantwortlich gemacht. Dafür konnte sie nichts, und als sie 1919 ans Licht der Welt getreten wurde, blieben ihr noch genau vierzehn Jahre bis zu ihrem stillen Untergang. Und doch hat diese erste deutsche Republik uns kulturell so reich beschenkt wie kaum eine Epoche vor oder nach ihr. Ihre Wirkungszeit waren die berühmten zwanziger Jahre. Sie waren der überstürzte Aufbruch in die Moderne; und das fiebrige Tempo, die Atemlosigkeit und explosive Kreativität dieses Jahrzehnts sind all den wunderbaren, schöpferischen Menschen und Künstlern geschuldet, die spürten, dass sie wenig Zeit hatten und auf einem Vulkan tanzten, der sie bald in den Abgrund reißen würde. Vor ihnen wollen wir uns mit diesem Festival verbeugen. Sie alle stehen für den einzigartigen Geist der zwanziger Jahre, haben ihn erschaffen und getragen, und nicht wenige von ihnen mussten später bitter dafür bezahlen, wurden verfolgt, vertrieben, ermordet.

Vorhang auf für eine ferne, schillernde Epoche, die nicht zuletzt an der Schwäche und Gleichgültigkeit ihrer Bürger zu Grunde ging und doch immer noch zu uns herüberstrahlt, wie es eben nur große Zeiten vermögen.

Ulrich Tukur, Venedig am 28. Januar 2010

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